VERWUNSCHENER GARTEN

26. Okt, 2018
4. Sep, 2018

BESUCH AUS JAPAN

 

Als ich noch in Mittenwalde in meinem kleinen Haus lebte, bekam ich Besuch aus Japan. Eine Delegation aus Tokio besuchte die Kleinstadt, um zu sehen wie wir so lebten. Ich war sehr aufgeregt und voller Freude, dass sich die fernöstlichen Gäste mein mini Anwesen anschauen wollten. Vier Wochen schuftete ich in Garten, alles sollte harmonisch und gepflegt aussehen. Im Haus wurde jedes Zimmer auf Hochglanz gebracht, die Fenster geputzt, die Böden geschruppt, Gardinen gewaschen und die Zimmer geschmückt und neu dekoriert. Endlich war es soweit! Freudig begrüßte ich die kleine Gruppe bei einer schönen Tasse japanischen Tee. Die Besucher waren voller Wissbegier und erkundigten sich nach jeder Einzelheit: wie war das Haus gebaut, welche Heizung, was für Fenster, aus welche Material waren die Böden. Dann, nach ausgiebiger Besichtigung des Hauses ging es in den 400pm großen Garten. Hier bewunderten die Fremden besonders meine Buchsbäume 468 an der Zahl, von den zwei kleinen Teichen waren sie sehr angetan, ebenso von der Zwergquitte welche fünf Meter hoch geworden war. (der Gärtner meinte; ich hätte das Bäumchen zu sehr gedüngt)  Alles war bestens. Nun interessiert ich mich, wie war das in Japan in den kleinen Häusern? Gab es große Unterschiede? Es entstand eine sehr lebhafte Unterhaltung, Erfahrungen in der Gartenpflege wurden ausgetauscht. Die Japaner fanden alles wunderbar – ich wusste ja, dass sie sehr höflich Menschen sind und sicher keinerlei Kritiken äußern würden. Nach meinen drängenden Fragen, was denn in Deutschland so ganz anders wäre, bekam ich diese verblüffende Antwort: „In Deutschland ist uns in allen Siedlungen und Häuser eines besonders aufgefallen. Das erste, was man sieht, wenn man die Deutschen besucht, sind ihre Müllbehälter, dies wäre in Japan undenkbar – dass die Gäste mit Müll begrüßt werden, das ist in der japanische Kultur sehr unhöflich“. Nach der Verabschiedung meiner Gäste machte ich durch unsere Siedlung einen Spaziergang – es stimmte – jedoch habe ich es nie bewusst wahrgenommen. Egal, durch welche Stadt, durch welche Gemeinde oder Dorf ich fuhr, es stimmte haargenau – im Eingangsbereich standen immer die Abfalltonnen. In Mittenwalde bekamen meine Behälter sofort einen andern Platz, waren sehr versteckt und für Betrachter nicht mehr zu sehen.

Hier nun in Hoxel, habe ich gut ein Jahr benötigt, um meinen lieben Mann davon zu überzeugen, dass die Mülleimer woanders stehen müssen, dass ich es unseren Nachbarn und Besuchern nicht zumuten kann, immer auf die hässlichen Mülleimer zu schauen. Da der Weg zu den Abfallbehältern jetzt etwas weiter ist, werde ich jetzt unsern täglichen Müll entsorgen. – Der Höflichkeit wegen.

 

 

31. Mai, 2018
23. Mai, 2018

 

Der Sturm hat zwei unserer schönen Tannen entwurzelt, da lagen Sie nun. Zunächst hatte ich es gar nicht bemerkt, (manchmal bin ich halt einfach blind) erst als ich sehr verwundert war dass so ein starker Wind im Garten war, schaute ich nach. Der Windschutz weg, die Tannen traurig am Boden liegend. – Mit sehr großem Kraftaufwand wurden die Bäume in den Garten gezogen, von den Ästen befreit, (welche noch immer die kleine Wiese verschönern) die Stämme zersägt. Jetzt  überlege ich, wo platziere ich die schönen Stücke? Welche Blumenschalen stelle ich darauf? Wie bepflanze ich die Schalen? Dies sind wirklich Probleme die die Welt bewegen! Doch zunächst werde ich mir einen neuen Plan machen, wie ich die östliche Grundstücksgrenze bepflanze. Drei Kriterien sind zu bedenken: 1. Der Windschutz, 2. Der Sichtschutz, 3. Das Gefälle. Die neue Bepflanzung soll aber auch gut aussehen, nicht nur für mich, sonder auch für die Nachbarn, so dass sie eine schöne Ansicht haben. Beim Sichtschutz ist der Satz meiner Mutti zu bedenken: „ Wenn niemand hinein schauen kann, kannst Du auch nicht hinaus sehen!“ Es ist alles sehr spannend, ich bin sehr gespannt, was mir dazu einfällt.

 

1. Nov, 2017

Ich habe den Gartenzaun gestrichen, bis auf ein Zaunteil habe ich es endlich geschafft. Der Zaun ist blau, die Pfosten weiß und die kleinen Abdeckungen habe ich rot eingefärbt. Ich liebe fröhliche Gartenzäune. So ein buter Zaun vermittelt für mich Offenheit, jeder Gast ist herzlich willkommen - die Hunde aus der Nachbarschaft besuchen mich am meisten.  Soll ich noch eine Gartentür und ein Gartentor anbringen? Nein, besser nicht, dann wäre mein Garten nicht mehr offen. Heute ist es schon recht frisch, doch die Sonne lacht - die Eichhörnchen sammeln eifrig Nüsse für ihren Wintervorrat. Die Tulpenzwiebeln sind noch nicht gesetzt - ich weiß es ist schon November, dennoch ich werde jetzt mein Beet anlegen und die Zwiebeln einpflanzen.  - Neunzig Tulpenzwiebeln sind eingepflanz! Morgen habe ich noch dreizig Zwiebeln zu setzen und dann ist das Tulpenbeet fertig.